Extrakt der Iriswurzel (Art Iris pallida) ist eins der teuersten Parfüminhaltsstoffe. Das liegt am langen Herstellungsprozess und geringer Ausbeute. Nach der Blüte muss die Wurzel drei Jahre lang in der Erde ruhen, bevor man sie ausgräbt, vorsichtig per Hand reinigt und weitere drei Jahre in der Sonne trocknet. Danach folgt mehrstufige Verarbeitung. Alles in allem dauert es sieben Jahre, bis man aus der Pflanze das in Parfüms verwendete Absolut bekommt. Für 1 Kilo Absolut braucht man ca. 2 Tonnen Wurzeln. Da wundert es einen nicht mehr, dass die Preise je nach Qualität locker um 60.000 Euro pro Kilo liegen können. Und man kann sich vorstellen, dass in relativ günstigen Parfüms kaum mit echter Iris zu rechnen sei. Selbst dort, wo echtes Absolut verwendet wird, wird es meistens in sehr kleinen Mengen eingesetzt und durch ähnlich pudrige günstigere Materialien ergänzt (zum Beispiel Karottensamen oder synthetische Stoffe). Daher geben die meisten Irisnoten, die wir aus Parfüms kennen, nicht ganz den wahren Geruch des Absoluts wieder, sondern betonen die (zu Recht) beliebte weiche, pudrige, etwas an Veilchen und Lippenstift erinnernde Nuance. Und genau um diese Seite der Iris geht es hier.
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