Frühstück: ja oder nein? Verschiedene Experten haben teilweise gegensätzliche Meinungen, die Frage wird oft ideologisch diskutiert. Heute habe ich einen Artikel von Dr. Terry Simpson gelesen, wo er viele Mythen rund um das Thema auseinander nimmt. Er deckt auf, das so manche «Volksweisheit» bezüglich Frühstück ein Ergebnis jahrzehntelanger zielgerichteter Marketingkampagnen der Lebensmittelhersteller ist. Außerdem erzählt er, welche Konsequenzen das Nicht-/Frühstücken für die Gesundheit hat. Neugierig? Lest weiter!
Fun fact: wusstet ihr, das Dr. Kellogg (wessen Name die Hälfte aller Kartons mit Frühstückszerealien weltweit ziert) die Frühstücks-Cornflakes als eine effektive Morgenmahlzeit zur Unterdrückung von Masturbation erfand, weil er selber ein überzeugter Sieben-Tags-Adventist war und fest daran glaubte, dass körperliche Gelüste, insbesondere sexueller Art, ausgerottet gehören? Er ging auch persönlich mit gutem Beispiel voran und vollzog nie seine Ehe. Ich wette, dass ihr nun Frühstückszerealien nie wieder mit den gleichen Augen sehen werdet, vor allem die Jungs unter euch!
Der Artikel von Dr. Simpson ist voll mit solchen Anekdoten. Man erfährt zum Beispiel auch, dass Bacon und Eier in ihrer Rolle als Morgengerichte zur Steigerung der Umsätze der US-Viehhalter erfunden wurden. Terry, der Autor, ist ein praktizierender Magen-Darm Chirurg aus den USA. Er hat sich auf Magenverkleinerung-OPs bei extrem übergewichtigen Patienten spezialisiert. Außerdem ist er ein leidenschaftlicher Hobbykoch und nimmt sich in seinem Blog Ernährungsmythen vor, die er aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht analysiert. Durchaus lesenswert!
Doch zurück zum Thema.
Was sagt die Medizin, soll man aus gesundheitlicher Sicht morgens frühstücken oder doch nicht? Die Antwort ist, es ist egal. Wenn Frühstück zum gewohnten Morgenritual gehört und Freude macht – super, macht weiter so und genießt es. Wenn ihr morgens aufs Essen lieber verzichtet, macht euch ebenfalls keine Sorgen, auch ihr müsst euch nicht um eure Gesundheit fürchten.
Was man aber garantiert nicht tun sollte, ist sich der Illusion hingeben, dass die Morgenmahlzeit etwas zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit beiträgt oder gar beim Abnehmen hilft (wie die Autoren vieler Diätbücher immer noch behaupten). Es gibt keine Belege dafür, dass frühstückende Menschen im Vergleicht zu denen, die den Tag nicht mit Essen anfangen, mehr Energie oder besseren Stoffwechsel haben, gesünder oder erfolgreicher beim Gewichtsmanagement sind.
Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Frühstücksfraktion durch diese zusätzliche Mahlzeit täglich mehr Kalorien zu sich nimmt und daher, sollte es ihr Ziel sein, mehr Schwierigkeiten damit hat, abzunehmen.
Ich esse normalerweise nicht vor 15-17 Uhr. Nicht aus Überzeugung oder als Strategie, sondern weil ich bis dahin einfach keinen Hunger verspüre. Es erscheint mir in dieser Frage wichtig, auf meinen Körper und nicht auf die Uhr zu hören. Meine Eltern, die in der Frühstückstradition aufgewachsen sind und an die Notwendigkeit der morgendlichen Stärkung glauben, befürchten, dass ich damit meine Gesundheit aufs Spiel setze. Nun kann ich sie noch mal offiziell beruhigen und auf diesen Artikel verweisen.
Und was ist mit euch? Team Frühstück oder Liga der Frühstücksverweigerer?
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